Beef Höck Kirchberg

Bilder zum Höck


Beef-Höck: Nicht den Gewinn wegsparen

Am diesjährigen Treffen der Mittelländer Munimäster drehte sich alles um den Pansen.

Das richtige Futter für schöne Mastmuni: Am Dienstag wurde rege um die Fütterung und Futterkonservierung für die Mast diskutiert. (Daniela Joder)

«Der Pansen ist ein fantastisches Organ, man muss es einfach richtig brauchen», so fasste der Tierarzt und Wiederkäuerspezialist Beat Berchtold den Fachteil des diesjährigen Beef-Höck zusammen. Rund 80 Munimäster und Fütterungsspezialisten trafen sich am Dienstag auf dem Betrieb der Tierhaltergemeinschaft Steffen und Wälchli in Kirchberg zum Erfahrungsaustausch.

Keine Azidose füttern

Benjamin Ramseier und Peter Salvisberg vom Melior Beratungsdienst stellten die Munifütterung und Rationenberechnung mit viel Praxisbezug vor. Ramseier sprach über die  Faktoren der Futteraufnahme, also wie der Mäster seine Ration gestalten kann, damit die Tiere möglicht früh, möglichst viel Futter aufnehmen. Dabei spielen die Verdauung und der Aufschluss der Nährstoffe eine grosse Rolle. Dafür ist es zentral, dass im Pansen optimale Verhältnisse herrschen. Über die Wichtigkeit eines funktionierenden Pansens und was passiert, wenn der Pansen eben nicht mehr funktioniert, referierte Beat Berchtold. So ist es bereits bei den Tränkekälbern wichtig, sie richtig zuzufüttern, damit sich genügend Pansenzotten entwickeln und die Inhaltsstoffe optimal resorbiert werden können. In der Munimast sieht Berchtold vor allem die Gefahr eine Pansenazidose, also, dass das Pansenmilieu zu sauer wird. Neben der Schädigung des Pansenepithels durch Entzündungsprozesse drohen Veränderungen der Leber und schmerzhafte Klauenentzündungen. Neben den grossen Schmerzen für das Tier bedeutet dies natürlich eine Leistungsminderung, welche auch nur schleichend sein kann, und sich nicht in einem akuten Krankheitsgeschehen äussern muss. Die Risikofaktoren für eine Azidose sind eigentlich bekannt. Trotzdem sieht Berchtold, der sich auf Bestandesbetreuung bei Milch- und Mastvieh spezialisiert hat, in der Praxis häufig Fehler, die gemacht werden. Gerde auf Betrieben mit Mischwagen sehe er oft, dass das Futter zu Tode gemischt werde.

Gewinn maximieren

Ein hoher Anteil an Kraftfutter, seltene oder unregelmässige Fütterung, zu langes und aggressives Mischen im Futtermischwagen, zu nasse oder zu trockene Rationen sowie ein zu grober Raufutteranteil in der Ration macht Beat Berchtold als Risikofaktoren für eine Pansenazidose aus. Dies führt entweder zu einem akuten Krankheitsgeschehen oder zu chronisch verminderter Nährstoffaufnahme. Was dies in Franken und Rappen bedeuten kann, rechnete Peter Salvisberg vor. So machen die unverwertet ausgeschiedenen Nährstoffe schnell ein paar hundert Gramm Einbusse bei der Tageszunahme aus. Deshalb lohne es sich, die Ration optimal auszubalancieren, betonte der Fütterungsberater. Der Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Ration kann bis zu 1.50 Franken pro Kilo Schlachtgewicht ausmachen, zeigte Salvisberg auf. Vor allem beim Maisanbau lasse sich nochPotenzial ausschöpfen. So macht eine standortangepasste Sorte und der richtige Erntezeitpunkt beim Mais grosse Unterschiede in der Ration. «Beim Füttern darf man nicht nur ans Sparen denken, wie dies auf Milchviehbetrieben oft der Fall ist», so Salvisberg. Viel wichtiger sei es, den Gewinn zu optimieren und dazu gehöre es, auf einen möglichst hohen Tageszuwachs mit einer ausbalancierten Ration zu gehen. Nur gesunde Tiere sind voll leistungsfähig.

Der Betrieb in Zahlen

Die Tierhaltergemeinschaft Steffen/Wälchli in Kirchberg hat 260 Mastmuniplätze. Erreicht werden Tageszunahmen von 1450 g. 2000³ Fahrsiloraum werden mit Mais- und Grassilage befüllt. Zur Tierhaltergemeinschaft gehören 42 Hektaren LN. Als Besonderheit wird die Totalmischration mit Abfallbrot angereichert. Dies ist frisches Brot, welches in der Produktion die optischen Anforderungen nicht erfüllt. 250 bis 300 Tonnen davon landen jährlich in den Futtertrögen der Munis. Dies ist zwar eine günstige Futterkomponente, den Besuchern gab diese Verschwendung bester Lebensmittel hingegen zu denken.