Jahresbericht 2017 von Swiss Beef CH

Dieser Bericht ist kurz gehalten. Er ist ganz bewusst eine Ergänzung zu den Jahresberichten der Sektionen Ost, Mittelland und Romandie.  Der Jahresbericht wird auf der Homepage aufgeschaltet. Auszüge aus diesem Bericht werden im Frühlings Beef Info abgedruckt. Ebenso wird auf den noch folgenden Jahresbericht der SRP verwiesen.

Das vergangene Jahr war abgesehen von den starken Frühlingsfrösten und der gebietsweise extremen Sommertrockenheit ein gutes Jahr für die Rindfleischproduzenten.

Gemäss Fleischmarktstatistik der Proviande (Januar bis November 2017) war der ungewichtete Durchschnittspreis für T3 Muni für die gleiche Periode 18 Rappen pro kg höher als im Vorjahr. Bei den Terra Suisse Muni waren es 19 Rappen. Die Schlachtzahlen für die Kategorien MT ist um 0.6 % auf 98‘138, die der Rinder um 1.8% und diejenige der Ochsen um 3.6 % gesunken. Bereinigt auf die Schlachtgewichte hat die Produktion der drei Bankviehkategorien um 1.5 % abgenommen. Beim Verarbeitungsfleisch der Gattung Kühe lag die Reduktion bereinigt auf das Schlachtgewicht bei 4 %. Der Inlandanteil beim Rindfleisch liegt zurzeit bei 80.1 %.

Die rekordhohen Kuhpreise haben den Bankviehmarkt wiederum gestützt. Der Markt ist in einer für uns wichtigen Absatzzeit, nämlich Mitte November/Anfangs Dezember stark eingebrochen. Das Zusammentreffen eines leicht grösseren Angebotes mit einer geschwächten Nachfrage liess die Preise in sehr kurzer Zeit absacken. Wieviel Marktmacht hier im Spiel war, kann nicht belegt werden. Tatsache ist jedoch, dass die Proviande-Preise von verschiedenen Abnehmern nicht mehr eingehalten wurden.

Auf dem Terra Suisse Markt gab es im Frühling und im Dezember Absatzschwierigkeiten. Die flexible Prämie ist im Schnitt nicht über 60 Rappen gestiegen. Dies bei einem über längere Zeit 10 Rappen tieferen Basispreis.

Die Tränkerpreise sind im Jahr 2017 gegenüber den Vorjahren noch einmal angestiegen.

Der Präsident hat an verschiedenen Anlässen immer wieder darauf hingewiesen, dass Kälber nicht einfach nur „bestellt“, sondern vermehrt wieder „gekauft“ werden.

Swiss Beef CH hat wie bereits in der Vergangenheit mit tatkräftiger Unterstützung der drei Sektionen zahlreiche Aufgaben wahrgenommen, bzw. in Arbeitsgruppen mitgearbeitet. Es sind dies: Kälbergesundheitsdienst KGD, AG produktgebundene Beiträge SBV, AG Weiterentwicklung Tierwohlprogramme, Begleitgruppe StAR und andere. Weiter hat sich Swiss Beef mit zahlreichen Vernehmlassungen beschäftigt. Auch in diesem Zusammenhang bewährt sich die enge Zusammenarbeit mit dem SBV.

Einmal mehr wurde das Sekretariat von Thomas Jäggi sehr effizient und kostengünstig geführt. Entscheide wurden wenn möglich auf dem Korrespondenzweg herbeigeführt. Somit wurden lediglich an drei Sitzungen insgesamt 36 Traktanden behandelt.

Swiss Beef ist in verschiedenen Gremien vertreten und hat an zahlreichen Versammlungen teilgenommen: DV des SBV, LAKA des SBV, Fachkommission Viehwirtschaft des SBV, Proviande, SRP, GV des SKMV, Zukunftstag Rindfleisch Schweiz u.a..

Im vergangenen Jahr haben uns folgende Gegebenheiten speziell beansprucht:

Wir konnten unseren neuen Flyer drucken und diesen an der Suisse Tier in Luzern erstmals verteilen. Er soll bei der Mitgliederrekrutierung hilfreich sein.
Die Tränkerpreise! Ja die Tränkerpreise, bzw. die Erhebung der Preise hat uns an jeder Sitzung beschäftigt. Es ist sehr schwierig, den Marktmechanismus zu verstehen, alle Einflüsse und Auswirkungen zu erkennen, den Markt abzubilden und zu unterscheiden zwischen tatsächlichem Markt und Wunschmarkt. Naturgemäss gehen die Interessen der Teilnehmer diametral auseinander. Es zeigte sich zunehmend, dass ein Automatismus zwischen dem „Vianco-Labelpreis“ und dem Preis für AA-Tränker des SBV besteht.
Einen Zwischenerfolg konnten wir bei der Überarbeitung der Nährstoffbilanzen verbuchen: Nachdem wir feststellen mussten, dass für intensive Munimastbetriebe der Stickstoffanfall um mehr als 30 % steigen sollte, haben wir uns intensiv mit GRUD beschäftigt. Einwände auf Sachbearbeiterebene brachten nicht den gewünschten Erfolg. Erst ein Brief des Präsidenten an BLW Direktor Bernard Lehmann zeigte die nötige Wirkung. Seither werden die Ursachen und möglichen Fehler in verschiedenen Schritten mit Beteiligung des BLW, Agroscope und Agridea gesucht. Für die Munimäster bleibt vorerst alles wie bisher.
Bei verschiedensten Gelegenheiten zeigt sich ein meistens absolut ungerechtfertigtes Unbehagen gegenüber dem Maisanbau. Das haben wir erkannt und treten mit guten Argumenten aktiv dagegen an. Wir versuchen die Bemühungen von Jürg Hiltbrunner, Agroscope Reckenholz für eine zielgerichtete Maisforschung (ökologische Intensivierung) zu unterstützen.
Die Forschungsanstalt Agroscope Poisieux hat nach Mino 1 und Mino 2 ein weiteres Forschungsprojekt, Mino drei angekündigt. Es geht dabei auch um die Rasseneffizienz. Entgegen der ursprünglichen Absicht, eine graslandbasiert Fütterung als Grundlage vorauszusetzen, konnten wir die Forscher nach gemeinsamen Betriebsbesuchen bei Urs Meier und Franz Hagenbuch davon überzeugen, dass für eine intensive Mast Mais die erfolgversprechendste und gleichzeitig sinnvollste Futtergrundlage ist.

Zum Schluss ein kurzer Blick in die Zukunft:

Mögliche Freihandelsabkommen erhitzen die Gemüter
Das neue Inkassosystem des SBV wird erstmals umgesetzt
Über die Deutung des neuen Verfassungsartikels ist ein heftiger Streit entfacht, er wird die Landwirtschaft weiter beschäftigen
Die als Folge der Probleme auf dem Milchmarkt und der guten Bankviehpreise getätigten Investitionen in Stallbauten für die Grossviehmast beginnen ihre Wirkung zu zeigen. Das Bankviehangebot steigt massiv.

Ein herzlicher Dank gebührt allen Vorstandskollegen, auch jenen in den Sektionen, für ihr grosses Engagement. Ohne dieses Engagement gäbe es Swiss Beef nicht. Ich überlasse es Ihrem Urteil, was das bedeuten würde. Einen speziellen Dank auch an Oliver Engeli als unseren Vertreter im VR der Proviande! Und natürlich einen herzlichen Dank an Thomas Jäggi für seine grosse Hilfsbereitschaft und sein Engagement zugunsten von Swiss Beef.

Herzlichen Dank – merçi beaucoup!

Jahresbericht 2017 mit Tabellen